Verschuldung deutscher Unternehmen

Moderate Verschuldung der deutschen Unternehmen

Die Verschuldung der deutschen Unternehmen ist in vielen Fällen nicht besorgniserregend. Das zeigt eine Untersuchung der Creditreform Wirtschaftsforschung auf Basis von rund 8.600 Unternehmensbilanzen aus dem Jahr 2017. Demnach besitzt fast jedes zweite Unternehmen (46,5 Prozent) sogar mehr Eigen- als Fremdkapital (Verschuldungsgrad kleiner als 1). Bei weiteren 17,9 Prozent der Unternehmen ist das Verhältnis von Fremdkapital und Eigenkapital noch angemessen. Hier sind die Schulden höchstens doppelt so hoch wie die Eigenmittel. Gut jedem zehnten Unternehmen (10,6 Prozent) muss aber ein kritisch hoher Verschuldungsgrad attestiert werden (2009: 15,8 Prozent). Diese Unternehmen haben ihre Vermögenswerte zu einem Großteil mit Fremdkapital finanziert. Nur bei stabil hohen Erträgen kann der Schuldendienst bedient werden.

Elf Jahre bis zum Schuldenabbau

Weiterhin im Fokus stand die Frage, wie lange ein Unternehmen benötigt, um seine Schulden zurückzuzahlen (Schuldentilgungsdauer). Die Kreditwürdigkeit bzw. Bonität eines Unternehmens ist umso höher, je schneller es seine Schulden begleichen kann. Als kritisch wird gemeinhin angesehen, wenn die Schuldentilgungsdauer als Verhältnis von Verbindlichkeiten und Cashflow elf Jahre übersteigt. 22,6 Prozent der untersuchten deutschen Unternehmen weisen ein derart ungünstiges Verhältnis auf. Baugewerbe und Handel sind überdurchschnittlich betroffen. Umgekehrt kann jedes dritte Unternehmen (32,0 Prozent) bei konstanter Wirtschaftslage spätestens nach drei Jahren die vorhandenen Schulden vollständig zurückzahlen. Im Verarbeitenden Gewerbe schaffen das sogar 37,1 Prozent der Unternehmen.

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Neuss, 27. Juni 2018

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